Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum
Freilichtausstellung
Schwimmkran
Betonschiff
Hebeschiff
Dampfschlepper
Seezeichen
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Mit dem Traditionsschiff Typ FRIEDEN erhielt die Stadt Rostock 1970 ein maritim- kulturelles Zentrum besonderer Art. Die ehemalige DRESDEN, ein 1957 auf der Warnowwerft gebautes Motorfrachtschiff, liegt seitdem mit neuem Namen am Ufer der Unterwarnow vor Anker.
Der Name “Traditionsschiff” wurde gewählt, da das Schiff von der noch damals jungen DDR- Industrie gebaut wurde und verkörpert nicht nur in seiner Konstruktion, sondern auch in seinen durchgeführten Reisen über die Weltmeere ein Stück Tradition der Seeverkehrswirtschaft der DDR. Mit dem Traditionsschiff lebt die ehemalige DRESDEN weiter.
Sie wurde als das 5. Schiff der ersten 10.000-t- Serie gebaut und am 27. Juli 1958 an die Deutsche Seereederei Rostock übergeben. Zum Andenken an das MS FRIEDEN, dem ersten Schiff dieser Serie von Typ-IV-Schiffen erhielt das Traditionsschiff die Bezeichnung Typ FRIEDEN.
Für den Bau der DRESDEN wurden 448.000 Arbeitsstunden sowie 3.250 t Stahl aufgewendet. Das Schiff fuhr elf Jahre im Liniendienst nach Ostasien, Indonesien, Afrika, Indien und Lateinamerika. Dabei lief sie etwa 70 verschiedene Häfen an und legte eine Strecke zurück, die 32mal der Länge des Äquators entspricht. Wegen zu hoher Reparaturkosten der Maschinenanlage wurde MS DRESDEN 1969 außer Dienst gestellt und danach zu einer Art Kulturschiff umgebaut.
Eine besondere Attraktion - vor allem für die jüngeren Museumsbesucher -stellt die Miniportanlage mit ferngesteuerten Schiffsmodellen dar.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.schifffahrtsmuseum-rostock.de
Traditionsschiff Typ FRIEDEN
| Technische Daten: | |
| Baujahr: | 1956/57 |
| Bauwerft: | Warnowwerft Rostock-Warnemünde |
| Länge über alles: | 157,6 m |
| Breite auf Spanten: | 20,0 m |
| Tiefgang beladen: | 8,4 m |
| Tiefgang heute: | 4,85 m |
| Seitenhöhe bis Oberdeck: | 12,8 m |
| Dienstgeschwindigkeit: | 15,0 kn |
| Antriebsleistung: | 4 x 1.330 kW = 5.320 kW |
| 4 x 1.800 PS = 7.200 PS | |
| Tragfähigkeit: | 10.070 t |
| Nutzladung: | 7.940 t |
| Vermessung: | 6.629 BRT / 3.813 NRT |
| Besatzung: | 57 Personen |
Freilichtausstellung
Das Element Wasser bildet den atmosphärischen Hintergrund für die südlich des Traditionsschiffes angesiedelten schwimmenden Objekte Schwimmkran LANGER HEINRICH, Hebeschiff 1. MAI und das Betonschiff CAPELLA. Die Fahrzeuge sind durch ein Stegsystem miteinander verbunden, so dass ein Rundgang über diese Fahrzeuge möglich ist. Im direkten Umfeld findet man weitere Original-Objekte aus dem Schiffbau. Dazu gehören Slip- und Ankerwinden unterschiedlicher Größe, ein aufrecht stehender Dampfschmiedehammer der ehemaligen Neptunwerft in Rostock, die Propellersammlung und die Ankersammlung. Zu den attraktiven Großexponaten des Schiffbaus gehören auch die Stapellaufwiege, eine Art großer Schlitten, auf dem beim Stapellauf der Bug des Schiffes lag, und ein Stapellaufanker der ehemaligen Warnowwerft sowie die Relikte der 1995 abgebrochenen Kabelkrananlage der Warnowwerft
Schwimmkran
Der Schwimmkran LANGER HEINRICH wurde 1905 in Danzig gebaut. Betreiber war bis 1945 die Schichau-Werft Danzig, von 1946 bis zur Außerdienststellung 1978 war der Kran auf der Schiffswerft Neptun im Einsatz. Der Kran gehört zum Typ der Wippauslegerkrane.
| Technische Daten: | |
| Gesamtgewicht: | 900 t |
| Tragfähigkeit: | 593 t |
| Länge über alles: | 29,55 m |
| Breite über alles: | 20,45 m |
| Seitenhöhe bis Oberdeck: | 3,26 m |
| Tiefgang: | 2,96 m |
| Höhe des Kranteils: | 50 m |
| Hubhöhe: | 50 m |
| Hubleistung: | 100 t (großer Haken) |
| 20 t (kleiner Haken) | |
| Größte Ausladung: | 19,7 m |
| Antriebsleistung in PS: | 2x110=220/134 kW |
| Antriebsmaschine: | Dampfmaschine |
| Besatzung: | 14 Personen |
Betonschiff
Das Betonschiff CAPELLA wurde 1943/44 in Ostswine am Oderhaff erbaut. Die CAPELLA ist das letzte noch schwimmfähige Betonschiff dieser Größenordnung. Sie ist ein Beispiel für die konsequente technologische Weiterentwicklung des Schiffbaus mit neuen Materialien. Beton als Austauschmaterial im Schiffbau zu verwenden, erlangte in Perioden akuten Stahlmangels - im Krieg - an Bedeutung. Erst im II. Weltkrieg wurde eine größere Anzahl verschiedenster Schiffstypen in Betonbauweise gefertigt, darunter auch die CAPELLA vom Typ „Seeleichter Wiking Motor".
| Technische Daten: | |
| Baujahr: | 1943 |
| Bauort: | Ostswine, Kreis Swinemünde |
| Firma: | Schalenbau KG; Dyckerhoff & Widmann KG |
| Typ: | Seeleichter Wiking Motor |
| Schiffskörper: | Stahlbewerter Leichtbeton in Schalenbauweise |
| Länge: | 40,50 m |
| Breite: | 7,00 m |
| Seitenhöhe: | 3,40 m |
| Tiefgang: | 2,87 m |
| Wandstärke: | 80 mm |
| Tragfähigkeit: | 337 tdw |
| Wasserverdrängung: | 627 m³ |
Hebeschiff
Das Hebeschiff 1. MAI war ursprünglich ein Eimerkettenschwimmbagger SWINEMÜNDE. Das Schiff war nach seinem Umbau 1949 in Wismar, mehrere Jahrzehnte für den VEB Bagger- Bugsier- und Bergungsreederei Rostock im Einsatz. Nach der Außerdienststellung wurde das Fahrzeug im Februar 1992 an das Rostocker Schiffbaumuseum übergeben. 1992 bis 1994 erfolgte eine grundlegende Restaurierung des Schiffes mit Hilfe von AB-Maßnahmen.
| Technische Daten: | |
| Baujahr: | 1895 |
| Bauort: | Lübeck |
| Bauwerft: | Lübecker Maschinenbau-Gesellschaft (LMG) |
| Länge über alles: | 41,60 m |
| Breite über alles: | 9,02 m |
| Tiefgang: | 1,20 m |
| Vermessung: | 330 BRT; 199 NRT |
| Antriebsmaschine: | ohne |
| Der Antrieb der Hebeanlage erfolgt durch Dampfwinden. Die Dampferzeugung erfolgt durch einen Zwei-Flammrohrkessel. | |
| Hebeleistung: | 2,3 t/h |
| Hebeausrüstung: | 1 Hebebock mit Dampfwindenantrieb für 60 t |
| Hilfshebevorrichtung über Spillkopf für 5 t | |
Dampfschlepper
Der Dampfschlepper SATURN ist 1908 auf der Hamburger Schiffswerft und Maschinenfabrik AG (vormals Janssen & Schmilinski) für die Reederei Gebrüder Wulff gebaut worden. Der Bauart nach ist es ein typischer kleinerer Hafenschlepper, wie er zu dieser Zeit in großen Stückzahlen in den Häfen eingesetzt wurde. Bis zur Außerdienststellung 1979 auf der Warnowwerft als Werftschlepper tätig.
| Technische Daten: | |
| Baujahr: | 1908 |
| Bauort: | Hamburg |
| Bauwerft: | Schiffswerft & Maschinenfabrik AG |
| Länge über alles: | 16,04 m |
| Breite über alles: | 5,00 m |
| Seitenhöhe: | 2,18 m |
| Tiefgang (voll beladen): | 2,05 m |
| Tiefgang (heute): | 1,71 m |
| Tragfähigkeit: | 26,0 t |
| Antriebsmaschine: | Zweizylindrige Expansionsdampfmaschine |
| Antriebsleistung: | 140 PS/103 kW |
| Kessel: | Zylinderkessel schottischer Bauart |
| Betriebsdruck: | 12,5 at |
| Heizfläche: | 31,5 m² |
| Besatzung: | 4 Personen |
Seezeichen
Seezeichen werden in schwimmende Seezeichen (Tonnen und Feuerschiffe) und feste Seezeichen (Stangen, Pricken, Baken und Dalben) unterschieden. Fahrwasser sind häufig durch Seezeichen (Tonnen oder Baken) begrenzt oder markiert. Backbord (rote Tonnen oder Baken) und Steuerbord (grüne Tonnen oder Baken) bezieht sich im Bereich der Seeschifffahrtsstraßenordnung - an der Küste - auf die Fahrwasserrichtung von See zum Land. Ein einlaufendes Schiff hat also die roten Tonnen an Backbord, die grünen an Steuerbord. An der Steuerbordseite des Fahrwasser finden sich: Grüne Spitztonnen, Leuchttonnen oder Stangen. An der Backbordseite des Fahrwassers finden sich: Rote Stumpftonnen, Leuchttonnen, Spierentonnen oder Stangen.
Mitte-Fahrwasser-Tonnen sind rot-weiße senkrecht gestreifte Kugeltonnen, Leuchttonnen, Spierentonnen oder Stangen. Toppzeichen: roter Ball. Spierentonnen und Stangen tragen immer das Toppzeichen. Diese Tonnen können auch als Ansteuerungstonnen mitten vor einem Fahrwasser liegen.






